Was mir zur Zeit auffällt

Wer, wenn nicht ein Autor sollte die Sprache beim Wort nehmen und darauf achten, was man so sagt? Was mir in dieser Krise gerade auffällt ist das wohltuende Fehlen einer sehr deutschen Vokabel: Man hört all-überall von Verzicht, von Einschränkung, von Einsicht, Vernunft und natürlich vom Dienst, den die, die uns immer noch Sachen verkaufen oder im Gesundheitswesen arbeiten, leisten. Man hört von diesen elemantar wichtigen Leistungen und davon, dass sie viel zu gering bezahlt wird.

Das Wort „Pflicht“ aber habe ich bislang noch nicht gehört.

Ich denke, noch vor drei Jahrzehnten wäre diese Vokabel wohl noch oft zu hören gewesen. Ich finde es gut, dass sie unter all den anderen Worten fehlt. Zu sehr haftet dieser alten Tugend noch der Muff aus Kasernen und der Beigeschmack militärischen Gehorsams an. Das Wort wurde zu lange überstrapaziert. Ist unsere Gesellschaft tatsächlich so zivil geworden, dass das Wort aus der Mode kam und dass wir den Inhalt der Vokabel von anderen Begriffen transportieren lassen?

Wenn es so ist, ist es gut so.

(c) Bild: Pixabayuser Gellinger, CC0

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